Evangelischer Verein

Trauer ist eine Freundin

Foto: privat Dr. Maximilian von Petz (r.) begrüßte in der Vortragsreihe des Vereins Diakon Johannes Deyerl, Leiter der Hospizarbeit in Rummelsberg,

„Mit dem Tod des anderen musst Du leben. Die Trauer ist dabei ein Geschenk, das zu Deiner Verlusterfahrung beiträgt.“ Der dies sagte war Johannes Deyerl, Diakon in Rummelsberg und Leiter der Fachstelle für Hospizarbeit und Palliative Care im Rahmen der Vortragsreihe kreuz+quer des „Evangelischen Vereins“.

Im sehr gut besuchten evangelischen Gemeindehaus konfrontierte Deyerl zu dem Thema „Den eigenen Tod stirbst nur Du, mit dem Tod des anderen musst Du leben“  seine Zuhörer mit unangenehmen Wahrheiten: Verlusterfahrung sei seit der Geburt des Menschen ein wesentlicher, wichtiger Teil des menschlichen Lebens, den man realisieren müsse. „Ich will zum Nachdenken anregen“, sagt der Diakon mal eindringlich, mal tröstend. Es sei wichtig, zu lernen, wo die eigene Selbstbestimmung, aber auch die des Sterbenden begänne. „Das heißt, dass wir uns auf den Schwerkranken einlassen müssen,“ erklärt er. Bei Beiden gehe es um Ängste. Einerseits wolle die betroffene Familie richtige Entscheidungen treffen, andererseits müsse sie aber auch die Wünsche des Kranken respektieren. Wer kann am besten die Kommunikation mit dem Kranken aufnehmen? Diese Frage müsse sich die Familie ebenso rechtzeitig stellen wie die einer Patientenverfügung oder anderer wichtiger Fragen der Sterbebegleitung. Ein großes Problem dabei sei, dass man sich zeitlebens sträube, Hilfe anzunehmen. „Man muss beides lernen,“ sagt Deyerl: „Helfen und sich helfen lassen.“ Man könne ab dem 70. Lebensjahr ganz langsam damit beginnen, damit helfen zur Normalität werden kann. EV (Mehr dazu auf der Seite des Evangelischen Vereins).